Rolando Villazon mit den Roten Nasen Wien zu Besuch bei den ClownDoctors Salzburg

Rolando Villazón – Rote Nasen Botschafter  auf Visite bei ClownDoctors Salzburg

Salzburg/Wien, 2. August 2013. Gestern kam es im Landeskrankenhaus Salzburg zu einem ganz besonderen Aufeinandertreffen: Startenor Rolando Villazón – selbst passionierter Clown, und ROTE NASEN - die er seit 2008 als Botschafter unterstützt, statteten ihren Clownfreunden von ClownDoctors Salzburg einen Besuch ab. Gemeinsam mit “Dr. Rollo” machten sich die Clowns beider Organisationen auf Visite und sorgten für jede Menge Fröhlichkeit im Spitalsalltag.

Von der Festspielbühne zu den kleinen PatientInnen

Und auch während seines Engagements bei den Salzburger Festspielen ließ es sich der berühmte Opernsänger nicht nehmen, bei einer ganz außergewöhnlichen Clownvisite dabei zu sein. Denn im Landeskrankenhaus Salzburg besuchten ROTE NASEN ihre Clownkollegen von ClownDoctors Salzburg. Gemeinsam zauberten sie vielen kleinen PatientInnen ein großes Lachen ins Gesicht.

"Es ist schön, etwas dazu beizutragen, dass meine Clownfreunde noch weiter in die Welt hinausgehen können und viele kranke Menschen für einen Augenblick aus ihrer gewohnten Umgebung ‘entführen’- in eine magische Welt, wo einfach nur gelacht und geträumt werden darf", begründet Villazón seinen Einsatz.

“Clowndoctors sind nicht nur Entertainment, ihre Arbeit ist gesellschaftlich von hoher Bedeutung. Mit der Strahlkraft eines Regenbogens nehmen sie kranke Menschen mit in eine Welt voller Farben, Bewegung, Licht und Freiheit. Mit ihnen ist es möglich, trotz Krankheit einen Funken Glück zu finden”, so Villazón weiter.

 Clownfreunde – ROTE NASEN Clowndoctors und ClownDoctors Salzburg

 ROTE NASEN Wien und ClownDoctors Salzburg sind zwei eigenständige Organisationen mit unterschiedlichen Einsatzgebieten. Was sie verbindet: Beide bringen Lebensfreude und Abwechslung ins Krankenhaus.

„Wir freuen uns sehr über die gute Partnerschaft mit ClownDoctors Salzburg und bedanken uns herzlich für die Gastfreundschaft. Anlässe wie dieser, beweisen einmal mehr, dass die heilsame Wirkung des Humors keine Grenzen kennt und Humor eine Sprache ist, die jeder verstehen kann. Als Botschafter hilft uns Rolando die Kraft des Humors weiter zu verbreiten und einen wertvollen Beitrag zu einer Welt mit mehr Fröhlichkeit zu leisten“, so Monica Culen, Gründerin und Geschäftsführerin der ROTE NASEN Gruppe.

 „Für uns ist dieser Besuch unserer „ROTE NASEN“ Freunde aus Wien eine ganz grosse Freude und zeigt, wie sehr uns der gemeinsame Auftrag für Kranke und Schwache da zu sein, verbindet. Eine grosse Ehre - verbunden mit sehr viel Spaß bedeutete die gemeinsame  Visite mit Startenor Rolando Villazon, der als „Dr. Rollo“ alle sofort verzauberte“  betonte Claudia Pallasser, Geschäftsführerin der ClownDoctors Salzburg,  ganz glücklich über diesen aussergewöhnlichen Visiten Nachmittag auf den Stationen von Vorstand Prof. Dr. Wolfgang Sperl der Kinder- u. Jugendheilkunde. 

 

 

 

Presseartikel der ClownDoctors Salzburg

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ClownDoctors

Erster ClownDoctor auf Visite bei unseren Kollegen

Erster Clowndoctor auf “Visite” bei unseren Kollegen ROTE NASEN - ein Interview mit Michael Christensen

Michael Christensen hat 1986 mit seiner "Clown Care Unit" in den USA den Grundstein für die professionelle und methodisch organisierte Spitalsclownarbeit weltweit gelegt. Mit ROTE NASEN Clowndoctors verbindet ihn eine jahrelange Zusammenarbeit und Freundschaft. Bei seinem Besuch Anfang April hielt Christensen Workshops und nahm sich auch Zeit, seine Clownfreunde ins Spital zu begleiten.

In diesem persönlichen Interview sprach er mit uns über das Wesen der Clownarbeit im Spital, ihren Anfang, ihre Wirkung und darüber, warum es so wichtig ist, Spitalsclowns professionell auszubilden.

 Sie haben in New York den bekannten Big Apple Circus mitbegründet und sind dort als Clown aufgetreten. Wie sind Sie danach auf die Idee gekommen, die Clown Care Unit, eine Gruppe aus professionellen Spitalclowns, aufzubauen?
Ich habe nie daran gedacht, dass ich mal als Clown in Spitälern arbeiten würde. Mein Bruder war schwer krank und lange Zeit im Spital. Ich habe ihn in dieser Zeit begleitet und kurz bevor er starb, hat er mir einen Arztkoffer geschenkt. Das hat vieles in mehr verändert.

Im Frühling 1986 habe ich dann einen Anruf von einer Klinik für PatientInnen mit Herzkrankheiten erhalten. Ein Arzt hatte mich im Zirkus gesehen und fragte mich, ob ich als Clown auch bei ihrem “heart day” für die kranken Kinder auftreten würde. Und da sagte ich “Ja” – und habe zwei Clownkollegen aus dem Big Apple Circus gefragt, ob sie mich begleiten.

Also haben wir uns weiße Arztkittel angezogen und uns selbst “Doctors” genannt. Aus meinem Clownnamen “Mr. Stubs” wurde “Dr. Stubs”. Der Besuch beim “heart day” war ein großer Erfolg, wir hatten viel Spaß mit den Kindern, haben komische “medizinische” Tests durchgeführt und anstelle von Herzen haben wir unsere roten Nasen “transplantiert” und so weiter.

Der Chefarzt war so begeistert davon, dass er uns gleich fragte, ob wir seine Klinik nicht regelmäßig besuchen möchten. Wir haben also die Finanzierung für ein Pilotprojekt aufgestellt – und dann hat das ganze Spitalsclownprogramm einfach begonnen.

Wir haben mehr Geld aufgestellt, es kamen immer mehr Spitäler dazu, die auch von uns besucht werden wollten, also haben wir auch mehr Clowns eingestellt. Und so kam eines zum anderen. Ich habe also nie dezidiert gesagt “Ich möchte ein Spitalsclown werden”. Ich war einfach offen dafür und habe mich darauf eingelassen.

Haben Sie sofort einen Unterschied gemerkt zwischen der Arbeit als Clown im Zirkus und der Arbeit als Clown im Spital?
Oh ja, der Unterschied ist sehr groß. Im Zirkus hat man einen bestimmten Raum, eine Bühne auf der man spielt. Das Publikum erwartet eine Show von dir. Im Spital ändert sich die Umgebung ständig, man muss sehr sensibel sein, immer darauf achten, was gerade passiert und jederzeit dazu fähig sein das Spiel zu unterbrechen. Es gibt außerdem viele Rahmenbedingungen, in psychologischer und hygienischer Hinsicht, die der Clown immer berücksichtigen muss. Die emotionale Ebene ist bei der Arbeit im Spital sehr wichtig und auch eine Herausforderung.

Kann jeder Clown ein Spitalsclown sein?
Nein, das glaube ich nicht. Es gibt Clowns, die sehr lustig sind, die aber nicht das richtige Rüstzeug haben, um im Spital zu arbeiten. Man muss gut improvisieren und Geschichten erzählen können, musikalisch und vor allem eines sein: offenherzig und verletzlich - und der Clown im Spital muss sein eigenes Ego in die Ecke stellen können.

Wie sind Sie zum guten Spitalsclown geworden?
Ich hatte gottseidank eine gute Ausgangsbasis. Ich habe eine klassische Schauspielausbildung, habe lange als Clown auf der Straße und im Zirkus gearbeitet. Vor allem die Arbeit als Straßenkünstler hat mich gut auf die Arbeit im Spital vorbereitet, weil man hier sehr schnell lernen muss mit Menschen in Kontakt zu treten, ansonsten bekommt man kein Geld. Und ähnlich wie im Spital, ändern sich auch auf der Straße die Umgebung und die Ausgangssituation für das Clownspiel ständig.

Sie waren der Erste, der ein Team mit ausgebildeten Künstlern für die Arbeit als Spitalsclowns zusammengestellt hat. Warum ist denn die künstlerische Ausbildung so wichtig, um gute Arbeit im Spital leisten zu können?
Weil es dann der Beruf dieser Menschen ist. Es gibt viele Menschen, die kranken Kindern im Spital helfen möchten, die aber keine Erfahrung als Schauspieler haben. Oft gibt es dann den Irrglauben, dass man sich nur eine rote Nase aufzusetzen braucht, lustige Kleider anziehen muss, und dann loslegen kann. Aber das funktioniert natürlich nicht, weil diese Arbeit viel mehr erfordert. Deshalb stellen wir nur professionelle Künstler, Musiker, Zauberer usw. ein, die ihr Leben ihrer Kunst verschrieben haben.

Was kann ein Spitalsclown bei seinen Besuchen bei kranken Menschen bewirken?
Ein Clown kann die Stimmung im Krankenzimmer ändern, neue Energie in die Räume bringen. Wir sind wahrscheinlich die Einzigen im Krankenhausumfeld, für die die Patienten quasi Verantwortung übernehmen können. Ein Clown kann hilfloser sein als ein krankes Kind – die Kinder gewinnen also an Stärke, weil sie uns helfen wollen. Und wir wissen aus Erfahrung, dass Kinder, die anderen helfen, auch sich selbst helfen.

Erinnern Sie sich an ein besonderes Erlebniss, dass Sie als Dr. Stubs im Spital gemacht haben?
Es gibt sehr viele Erlebnisse, die einfach beeindruckend waren. Ich erzähle euch von meinem Besuch bei einem kleinen Jungen namens Camillo. Er hatte eine schwere Nierenerkrankung und war sehr müde und schlapp, als ich zu ihm ins Zimmer gekommen bin. Ich habe ihn gefragt: “Camillo, möchtest du mit mir als Clown mit zur Arbeit gehen?” Und da sagte er: “Ja, helfen wir den kranken Kindern.” Also habe ich ihn geschminkt und einen Mantel gegeben und wir gingen gemeinsam auf Visite, als großer und kleiner Clowndoctor.


Wenn man von Clowns im Spital spricht, dann denken viele Menschen, dass die Idee dazu von Patch Adams kommt. Wie stehen Sie dazu und kennen Sie einander?
Ja, Patch und ich sind Kollegen. Patch ist ein Arzt, der sich als Clown verkleidet. Ich bin ein Clown, der sich als Arzt verkleidet. Seine Tätigkeit ist in vielerlei Hinsicht inspirierend, aber dennoch sind wir sehr unterschiedlich.

Denn Patch ist der Meinung, dass jeder Mensch sich einfach eine rote Nase aufsetzen und ein Clown sein kann. Das stimmt vielleicht, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Lassen Sie es mich so erklären: Jeder kann eine Geige in die Hand nehmen und Geräusche damit machen. Manchmal wird das angenehm klingen und manchmal eben nicht.

Aber jemand, der sein Leben lang schon Geige spielt und für den diese Musik eine Herzensangelegenheit ist, wird ganz anders damit umgehen. Und genau so ist es auch bei der Clownerie. Deshalb würde ich nur professionellen Künstlern eine rote Nase aufsetzen und sie im Spital arbeiten lassen.

Sind Clowns auch privat humorvolle Menschen?
Ich glaube Clowns sind einfach Clowns, innen wie außen. Sie haben einen spielerischen Geist. Und diesen Spirit kann man auch mit ins Privatleben nehmen. Aber wenn man einen schlechten Tag hat, hat man einfach auch mal einen schlechten Tag.

Was bringt Sie zum Lachen?
Viele Dinge. Kinder bringen mich zum Lachen, andere Clowns, das Leben bringt mich einfach oft zum Lachen...