Erlebnisse mit kleinen Patienten

DER SPITALSEINSATZ

2 ClownDoctors besuchen regelmässig die Abeilungen in den grössten Salzburger Spitälern. Dzt. sind 14 ClownDoctors im Einsatz.

Die Clowns sind leicht geschminkt und als fröhliche „Doktoren“ verkleidet und spielen Visite.

Nach ausführlicher Besprechung mit den diensthabenden Ärzten und dem Pflegepersonal beginnen die ClownDoctors mit ihrer eigentlichen Arbeit in den Krankenzimmern. Sie gehen auf die Probleme ein und versuchen spielerisch oder auch musikalisch den Patienten die Angst zu nehmen und sie zur Mitarbeit anzuregen.

Meist werden auch anwesende Besucher wie Eltern und Geschwister miteinbezogen.

Die Clowns kommen nur zum Krankenbett wenn dies ausdrücklich vom Patienten gewünscht ist.

Jedes Team macht Aufzeichnungen und Notizen über den Verlauf der Visiten, Reaktionen der Patienten und besondere Vorfälle. Diese dienen auch als Grundlage für Folgevisiten, aber auch den wissenschaftlichen Studien.    

DIE ZUKUNFT

  • Weitere anstehende Projekte im Erwachsenen Bereich falls es die finanzielle Situation erlaubt.
  • Besuche auf der Onko Reha für Erwachsene u. Onko Reha für Kinder in St. Veit.
  • Seniorenbetreuung in div. Salzburger Institutionen – diese werden jedoch von den jeweiligen Auftragsgebern selbst finanziert, hier kommen keine Spendengelder zum Einsatz!

„ClownDoctors unterwegs im Spital“ (Geschichten von Dr. Quietschvergnügt, Dr. Dussel, Dr. Loco u. Dr. Pimpifax)

 Wir lernen Laura kennen, da befindet sie sich noch auf der Intensivstation. Nach einem Rodelunfall liegt die Neunjährige mit schwersten Kopfverletzungen an ihre Mama geschmiegt im Bett. Das Sprechen muss sie in den folgenden Wochen erst langsam wieder erlernen, aber mit den Augen antwortet sie uns unmissverständlich auf unsere Frage: „Ja, wir dürfen sie kurz besuchen.“

Auf der reKiZ-Station macht Laura riesige Fortschritte und je nach ihrer Verfassung werden die Besuche schließlich länger und ausgelassener. Einige Zeit später erreicht uns ein Brief: „ Liebe Frau Dr. Pimpifax, lieber Herr Dr. Dussel, Mir geht es schon wieder gut und ich geh schon wieder voll zur Schule. Auch meine Haare sind schon wieder gewachsen. Außerdem finde ich es TOLL, dass es euch gibt und ihr euch um kranke Kinder kümmert! Ich habe mich jeden Freitag auf euch gefreut! Vielen Dank dass ihr mich zum Lachen gebracht habt. Eure Laura“. 

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Das kleine Mädchen ist nach der Tumor-OP noch nicht aus der Narkose erwacht und schläft in den Armen der Mutter. Diese weint still vor sich hin. Dr. Quietschvergnügt und Dr. Loco zögern zunächst und schleichen dann doch ins Zimmer. Wie das Mädchen denn heiße, wollen wir wissen. Die Antwort veranlasst Dr. Loco ganz leise ‚Madeleine’ von Jaques Brel zu singen. Die Mutter beruhigt sich, hört zu weinen auf und beginnt sogar zu lächeln. Die beiden Clowns schleichen leise wieder zur Tür hinaus. In den folgenden Wochen ist Dr. Loco auf dieser Station nicht im Dienst. Erst ca. 3 Jahre später treffen sie einander wieder, als er bei einem großen Familienfest außerhalb des Krankenhauses für die ClownDoctors im Einsatz ist. Da kommt Madeleine’s Mutter ganz aufgeregt auf ihn zu: Endlich könne sie ihn fragen, von wem dieses Lied stamme, es habe ihr damals so unglaublich gut getan, wie er mit seiner Partnerin zu Besuch war und gesungen hat!

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Obwohl ihre sterbende Tochter die meiste Zeit nicht mehr bei Bewusstsein ist, wünschen sich die Eltern, dass wir unseren Dienst auf der Onkologie bei ihnen beginnen. Auch uns ist das ein Anliegen - wir haben das Mädchen mehrere Jahre lang regelmäßig besucht. Ganz nah am Bett singen wir leise ein Lied. Wohl mehr an die Angehörigen gerichtet fragt Fr. Dr. Quietschvergnügt, ob sie noch ein Lied hören möchte und zum großen Erstaunen aller Anwesenden regt sie sich und nickt mit dem Kopf  - und so geht das fünf weitere Male bis sie für immer friedlich einschläft. 

Danach machen wir eine kleine Pause, lassen unseren Tränen freien Lauf und tauschen Erinnerungen an S. aus. An solchen Tagen ist es unheimlich wichtig, eine PartnerIn zu haben um den Dienst nicht alleine fortsetzen zu müssen.